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Rimini und die Malatesta

Malatesta Tempel in Rimini - Tempio Malatestiano

MALATESTIANISCHE BESICHTIGUNGSTOUREN IN RIMINI

Hinter den romagnolischen Stränden, hinter den städtischen Ballungsgebieten, die so reich an historischen Reminiszenzen und so brodelnd vor Leben sind, eröffnet sich uns ein Landschaftsbild, das es ganz neu zu entdecken gilt. Der Besucher, der aus der Ebene der Talgründe, die an der Küste unserer Provinz ineinander übergehen, hügelan steigt, befindet sich in engem Kontakt mit einer wunderschönen und reizvollen Landschaft. Der Fluß Marecchia hat sich auf seinem Weg zum Meer ein breites Bett geschaffen, das immer tiefer wird, je weiter man sich der Quelle nähert. Es ist flankiert von allmählich immer höher werdenden Gipfeln mit rauhen, eindrucksvollen Silhouetten, die bereits einen Vorgeschmack vom nahen Appennin geben.

Das Concatal ist dagegen ganz anders. Hier hat die Natur mit leichter Hand gewaltet. Der Linienverlauf der Hügel ist anmutig und abgerundet, die Hänge erstrecken sich in harmonischer Abstufung. Beide Talgründe werden von einem dichten Netz von Schotterstraßen, Pfaden und uralten Wegen durchzogen, die auf Sie warten, um Sie in die Natur einzugliedern, um Sie zu Festungen, Schlössern, Gerneinden und winzigen Dorfsiedlungen zu führen, Zeichen einer uralten und arbeitsamen Zivilisation.

Dieser Führer ist all denen gewidmet, die einen Urlaub am Meer zum Anlaß nehmen, um eine eingehendere Entdeckungsreise in der Gegend zu unternehmen, in der sie zu Gast sind.

Die Malatesta

Man muß kein besonders aufmerksamer oder erfahrener Reisender sein, um auf Zeichen der Malatesta in den Regionen Lombardei, Venetien, Marken und vor allem Romagna zu stoßen. malatesta wappenWer Museen besucht, findet auch noch weiter entfernt Kunstwerke aus dem Mäzenatentum der Malatesta, und dies nicht nur in Italien, sondern überall, auf dem alten sowie auf dem neuen Kontinent. Gegen Ende des Mittelalters war die Herrschaft der Malatesta neben der von den Familien Visconti und Della Scala eine der wichtigsten auf der italienischen Halbinsel mit Verbindungen und Verwandschaften an den führenden Höfen in Italien und Ausland und mit Mäzenatentumansprüchen, die mit denen der Este, Gonzaga, Medici und Montefeltro in Konkurrenz standen. Eine Macht, die innerhalb der päpstlichen Herrschaft entstanden war und daher oft in Konflikt mit den politischen und wirtschaftlichen Interessen des Papstums stand. Diese Macht dauerte fast 3 Jahrhunderte an: abgebrochen in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts durch die strenge Opposition des Papstums, das wieder Ruhe und Ordnung in sein Herrschaftgebiet bringen wollte.

“Malatesta” war ein Personenname, der sich so oft in der Familie wiederholte, daß er der gesamten Familie zugeschrieben wurde (im Singular oder im Plural “Malatesta”). Es ist wahrscheinlich, daß es sich anfangs um eine Art Spitznamen handelte, der etwas boshaft eine besonders starrköpfige oder bösartige Persönlichkeit benannte.malatesta wappen Im übrigen sind in den malatestianischen Angelegenheiten Episoden von Grausamkeit (eine oft unmenschliche und klar geplante Grausamkeit) sehr haufig zu finden, sowie auch Rivolten gegen all diejenigen – eingeschlossen enge und entferntere Verwandte- von denen man befürchtete, sie könnten die Macht der Hegenomiegruppe bedrohen (oder die sie wirklich bedrohten).

Die Malatesta waren in erster Linie Soldaten, Feldherren, wie auch auf ihrem ältesten und wichtigsten Wappen zu sehen ist: ein Schild mit drei Bändern im Schachmuster. Ihre politischen und wirtschaftlichen Erfolge vertrauten sie ihren Waffen an; der Krieg, und zwar besonders der für andere Personen durchgeführte Krieg, war Quelle von großen Einnahmen, die unentbehrlich waren, sowohl für den jährlichen Beitrag in die päpstliche Kasse, den alle “Vikaren” (heute könnte man sagen: Mieter oder Pächter) bezahlen mußten, als auch um die Bedürfnisse eines immer größeren und raffnierteren Hofes und die Tätigkeiten des Mäzenatentums zu befriedigen, also außer einer großen Liebe zur Kunst auch Bedürfnisse der Repräsentation, des Prestiges und der Propaganda.

Sie waren sicherlich in erster Linie Feldherren, aber in der langen Familiengeschichte, vor allem ab der Hälfte des 14.Jahrhunderts, trift man häufig auf Persönlichkeiten mit beachtlichen kulturellen Interessen und von einzigartiger kultureller Bildung. Zum Beispiel Pandolfo II, vom Farnilienzweig aus Pesaro, der die Wissenschaften liebte und ein Freund von Francesco Petrarca war, den er im Jahre 1361 am Carrarischen Hof in Padova kennengelernt hatte; oder sein Sohn Malatesta, der ‘von den Sonetten” genannt wurde. Dagegen war Galeotto Malatesta, der Herrscher von Rimini, “Malatesta ungaro” genannt, weil er von Ludwig d’Angiò, dem Konig von Ungarn 1348 zum Ritter geschlagen wurde, ein Abenteurer und interessierter Reisender: er begab sich in die “Terra Santa” und zur päpstlichen Kurie in Avignon, dann nach Frankreich, Flandem und England. Galeotto, Onkel von Pandolfo II. und Malatesta Ungaro, war berühmt für seine Fähigkeit im Umgang mit Waffen und seine Weisheit: 1368 erhob ihn Urbana V. zur Senatorenwürde in Rom; 1323 hatte er Elise de la Villette geheiratet, die Enkelin des päpstlichen Governators über die Mark, Amelio di Lautrec. Carlo Malatesta, der Stadtherr von Rimini von 1385 bis 1429, war auf beträchtliche Weise an der Planung der großen Kirchenspaltung beteiligt, die die westliche Kirche quälte, und er beherbergte in Rimini den rechtmäßigen Papst, Gregor XII, (“und gab somit der Stadt für einige Zeit nicht nur die Würde der Haupstadt der malatestianischen Herrschaft, sondern auch die viel ehrgeizigere Würde der Welthauptstadt der katholischen Welt“, wie Gino Franceschini beobachtete). Sein Bruder Pandolfo III., Herr von Bergamo, Brescia und Fano, hatte sich prunkvolle Bücher schreiben und fein bemalen lassen und die brescianische Residenz von Gentile da Fabriano dekorieren lassen. Jedem bekannt ist naturlich auch das Mäzenatentum seiner Söhne Sigismondo und Malatesta Novello, der unter anderem zwei große Werke entstehen ließ, die es bis heute gibt: der malatestianische Tempel in Rimini und die malatestianische Bibliothek in Cesena.

In den Städten und vor allem an den malatestianischen Höfen war man über ein Jahrhundert lang (ab Mitte 14. Jahrhundert) sehr weltoffen, Kultur wurde groß geschrieben und man investierte viel in jede Art von Kunstwerken.

 

Wer mehr wissen möchte …

kann das in den folgenden Büchern nachlesen:

  • L.Tonini, Storia di Rimini, voll.. III-V, Rimini 1862-1880, rist, an. B.Ghigi ed., Rimini 1971Stammbaum der Familie Malatesta
  • C.Ricci, Il Tempio Malatestiano, Roma-Milano 1924
    (ristampa an. con appendice di P.G. Pasini, Cinquant’anni di studi sul Tempio Malatestiano, B.Ghigi ed., Rimini 1974
  • N.Matteini, Francesca da Rimini, Cappelli ed., Bologna 1965
  • Autori vari, Sigismondo Pandolfo Malatesta e il suo tempo, Mostra storica (Rimini), Neri Pozza ed., Vicenza 1970
  • Autori vari, Rocche e castelli di Romagna, III, Alfa, Bologna 1972
  • G.Franceschini, I Malatesta, Dall’Oglio, Milano 1973
  • P.G. Pasini, I Malatesti e l’arte, Silvana ed., Milano 1983
  • A.Vasina, Comuni e signorie in Emilia Romagna, UTET, Tonino 1986
  • P.G. Pasini, Guida per Rimini, Maggioli ed., Rimini 1989
  • Autori vari, Storia illustrata di Rimini, I-III, Nuova Editoniale Aiep, Milano 1990
  • P.G. Pasini, La pittura riminese del Trecento, Amilcare Pizzi ed., Cinisello Balsamo, Milano 1990
  • P.G. Pasini, Piero e i Malatesti. L’attività di Piero della Francesca per le corti romagnole, Silvana ed., Milano 1992

Weitere Angaben und Auskünfte erhalten sie auch in den folgenden Ämtern und Informationsbüros:

Assessorato al Turismo – Tourist Authority – Assessoramt für Tourismus – Asséssorat du Tourisme
Piazza Malatesta, 28 – 47900 Rimini
Tel. 0541 716371 – 0541 716380 fax 0541 783808
e-mail. riminiriviera@iper.net

IAT – Informazioni e Accoglienza Turistica – Tourist Information Offices (IAT) – Touristen-Informations Büros (IAT) – Bureaux IAT – Information et Accueil Touristique
*Aperto tutto l’anno – * Open all year * Ganzjährig geöffnet – *Annuel

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